Page not found - Löschen, weiterleiten oder einfach lassen?

Du klickst auf einen Link und statt Inhalt erscheint nur Page not found. Was Page not found auf Deutsch heißt, ist schnell erklärt, nämlich → Seite nicht gefunden. Spannend wird es, wenn die 404 auf deiner eigenen Website auftaucht. Löschen, weiterleiten oder einfach lassen? Wir zeigen dir, wie du jede tote URL richtig bewertest und dabei deine Sichtbarkeit sicherst.

Page not found - Löschen, weiterleiten oder einfach lassen?

Das Wichtigste in Kürze

Page not found bedeutet, dass der Server erreichbar ist, unter der aufgerufenen URL aber kein Inhalt existiert. Technisch steckt dahinter der HTTP Statuscode 404.

Häufige Fehler

  1. Seiten werden gelöscht oder verschoben, ohne eine Weiterleitung einzurichten.
  2. URLs ändern sich nach einem Relaunch oder einer Shopmigration, weil das Redirect Mapping fehlt oder unvollständig ist.
  3. Interne Links, Menüpunkte oder Sitemaps zeigen noch auf alte Adressen.
  4. Externe Websites verlinken fehlerhaft oder mit Tippfehler.
  5. Gelöschte URLs werden pauschal auf die Startseite weitergeleitet.

Probleme für die SEO

  • Testumgebung bleibt versehentlich auf noindex stehen
  • Design, Content und Struktur werden gleichzeitig verändert
  • Weiterleitungsplanung erst kurz vor Livegang begonnen

Warum das so wichtig ist

Ein 404 Fehler ist laut Google kein massiver Rankingfaktor. Kritisch wird es, wenn Seiten mit Rankings, Traffic oder Umsatz plötzlich wegfallen.

  • Backlinks auf tote URLs verlieren ihre Linkkraft.
  • Pauschale Weiterleitungen auf die Startseite wertet Google oft als Soft 404, die Signale verpuffen trotzdem.
  • Pauschale Weiterleitungen auf die Startseite wertet Google oft als Soft 404, die Signale verpuffen trotzdem.
  • Soft 404 Seiten liefern Statuscode 200 ohne echten Inhalt und verschwenden Crawling.
  • Besucher, die auf einer leeren Fehlerseite landen, springen ab.

404 Seiten beheben

  1. Mit 301 weiterleiten, wenn es eine thematisch passende neue Seite gibt.
  2. Mit 302 weiterleiten, wenn der Inhalt nur vorübergehend fehlt und zurückkommt.
  3. Mit 404 oder 410 bewusst entfernen, wenn der Inhalt endgültig weg ist. 410 verarbeitet Google etwas schneller.
  4. Bei Relaunch und Migration ein sauberes Redirect Mapping erstellen und die Website regelmäßig überwachen.

Was die Fehlermeldung 404 eigentlich bedeutet

Was ist Fehler 404 eigentlich genau? Die Antwort ist simpler, als viele denken. Dein Browser hat den Server erreicht, der Server funktioniert und antwortet ganz normal. Er sagt nur, dass es unter genau dieser Adresse nichts gibt. Ein Fehler 404 ist also weder ein Serverausfall noch ein Problem mit deiner Internetverbindung, sondern ein sogenannter Clientfehler.

Wie die Meldung aussieht, hängt von der jeweiligen Website ab. Mal steht dort „Not Found“, mal „Seite nicht gefunden“ und manchmal begrüßt dich eine liebevoll gestaltete Fehlerseite mit Humor und Suchfeld. Genau hier liegt ein Punkt, den viele übersehen. Was du im Browser siehst und was der Server technisch zurückmeldet, sind zwei verschiedene Dinge. Für Google zählt allein der Statuscode, nicht der Text auf der Seite.

Die Bedeutung von 404 ist übrigens keine Erfindung einzelner Systeme. Der Code ist fest im HTTP Standard verankert, aktuell in der RFC 9110 aus dem Jahr 2022. Damit du ihn richtig einordnen kannst, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Statuscodes drumherum.

HTTP Statuscodes einfach erklärt

Jedes Mal, wenn du eine Seite aufrufst, antwortet der Server mit einem dreistelligen Code. Die erste Ziffer verrät dir sofort, in welche Kategorie die Antwort fällt. Insgesamt gibt es fünf Gruppen.

HTTP-StatuscodeErklärung
1xx – InformationenCodes mit einer 1 am Anfang liefern reine Informationen und spielen im SEO-Alltag kaum eine Rolle.
2xx – ErfolgHier ist alles im grünen Bereich. Der bekannteste Vertreter ist der Statuscode 200, der dir sagt, dass die Anfrage erfolgreich war.
3xx – WeiterleitungenHier wird es für SEOs interessant. Die 301 steht für dauerhafte Weiterleitungen, die 302 und 307 für vorübergehende. Die 308 kennzeichnet ebenfalls eine dauerhafte Weiterleitung, bei der die ursprüngliche Anfragemethode beibehalten wird.
4xx – ClientfehlerIn diese Gruppe fällt auch unser 404-Fehler. Weitere Beispiele sind die 403 (Zugriff verboten), die 410 (dauerhaft entfernt) oder die 429 (zu viele Anfragen).
5xx – ServerfehlerHier liegt das Problem auf der Serverseite. Typische Vertreter sind die Statuscodes 500, 502 und 503.

Der HTTP Code 404 gehört also zur Familie der Clientfehler. Die Bedeutung von Code 404 ergibt sich aus den Ziffern selbst. Die 4 steht für die Fehlergruppe, die 04 für den konkreten Fall, dass die angefragte Ressource nicht gefunden wurde. Für SEO sind vor allem 200, 301, 302, 404, 410 und 503 relevant. Den Rest musst du nicht auswendig kennen.

Unser Tipp

ist, dich nie nur auf das zu verlassen, was der Browser anzeigt. Den tatsächlichen 404 Status prüfst du in wenigen Sekunden über die Entwicklertools deines Browsers im Reiter Netzwerk, über eine Browsererweiterung oder über die URL Prüfung in der Google Search Console.

404 oder 410? Der kleine, aber wichtige Unterschied

Auf den ersten Blick machen die beiden Statuscodes genau dasselbe. Du rufst eine URL auf und die gewünschte Seite ist nicht mehr erreichbar. Warum gibt es dann überhaupt zwei unterschiedliche Codes?

Stell dir vor, du stehst vor einem Geschäft, das geschlossen ist. An der Tür hängt ein Schild mit der Aufschrift „Heute geschlossen“. Ob der Laden morgen wieder öffnet oder für immer geschlossen bleibt, weißt du nicht. Genau so verhält es sich mit dem HTTP-Statuscode 404. Der Server teilt dir lediglich mit, dass er die angeforderte Seite nicht finden konnte. Ob sie irgendwann wieder verfügbar ist, bleibt offen.

Beim Statuscode 410 Gone sieht die Sache anders aus. Hier hängt gewissermaßen ein Schild mit der Aufschrift „Dauerhaft geschlossen“. Damit machst du unmissverständlich klar, dass die Seite bewusst entfernt wurde und auch nicht wiederkommen soll.

Aber macht das für Google überhaupt einen Unterschied?

Ja, allerdings einen kleineren, als du vielleicht vermutest. Google entfernt sowohl 404- als auch 410-Seiten mit der Zeit aus dem Index. Ein 410 kann dabei etwas schneller verarbeitet werden. Langfristig behandelt Google die beiden Statuscodes jedoch weitgehend gleich.

Du musst also nicht anfangen, sämtliche 404-Fehler deiner Website in 410er umzuwandeln, nur weil du dir davon bessere Rankings versprichst. So funktioniert SEO leider nicht.

Die technische Umsetzung hängt von deinem System ab. Je nachdem, ob du WordPress, Shopware oder eine andere Lösung verwendest, kannst du den Statuscode beispielsweise über die Serverkonfiguration, die .htaccess-Datei, ein Plugin oder direkt über dein Shopsystem festlegen.

Unser Tipp: Mach aus der Entscheidung zwischen 404 und 410 keine Wissenschaft. Viel wichtiger ist, dass du dir vorher überlegst, ob die gelöschte Seite einen sinnvollen Nachfolger hat. Denn wenn es eine passende Alternative gibt, kann eine 301-Weiterleitung die deutlich bessere Lösung sein.

Beispiel 404 Seite

Beispiel 404 Seite | Army-Shop

Soft 404 als unterschätzter Sonderfall

Jetzt wird es etwas kniffliger. Denn nicht überall, wo 404 draufsteht, steckt technisch auch ein 404 dahinter.

Stell dir vor, du gehst in ein Restaurant, bestellst dein Lieblingsgericht und bekommst einen leeren Teller serviert. Der Kellner stellt ihn dir hin und behauptet, deine Bestellung sei erfolgreich gewesen. Klingt absurd, oder? Genau das passiert bei einem sogenannten Soft 404.

Du rufst eine URL auf und bekommst entweder eine Fehlermeldung oder eine Seite angezeigt, die praktisch keinen brauchbaren Inhalt liefert. Technisch meldet der Server aber den Statuscode 200 zurück. Für ihn ist also alles in bester Ordnung, obwohl der Besucher nicht das bekommt, wonach er gesucht hat.

Google erkennt solche Widersprüche häufig und führt die betroffenen URLs in der Google Search Console unter der Kategorie „Soft 404“ auf.

Wo begegnet uns das in der Praxis?

Besonders häufig bei:

  • leeren Shop-Kategorien
  • internen Suchergebnisseiten ohne Treffer oder Seiten
  • Seiten auf denen kaum relevanter Inhalt zu finden ist

Ein weiterer Klassiker, den wir bei SEO-Audits immer wieder sehen, sind falsch eingerichtete Weiterleitungen. Da werden beispielsweise Hunderte gelöschte URLs kurzerhand auf die Startseite weitergeleitet. Hauptsache, der Besucher landet irgendwo und die alten URLs sind weg, oder?

Leider ist das keine besonders gute Idee. Google erkennt häufig, dass die Startseite überhaupt nichts mit dem ursprünglich gesuchten Inhalt zu tun hat, und kann solche Weiterleitungen als Soft 404 einstufen. Die erhoffte Weitergabe der SEO-Signale bleibt dann aus. Gleichzeitig verschwendest du möglicherweise wertvolle Crawling-Ressourcen.

Was solltest du also tun?

Eigentlich ist die Lösung recht einfach: Entweder hat deine Seite einen echten Mehrwert oder sie sollte den passenden HTTP-Statuscode zurückgeben.

Leere Kategorien kannst du beispielsweise mit relevanten Produkten befüllen, mit thematisch passenden Kategorien zusammenlegen oder sinnvoll weiterleiten. Gibt es dagegen keinen passenden Ersatz für eine dauerhaft entfernte Seite, ist ein echter 404- oder 410-Statuscode meistens die sauberere Lösung.

Achtung

Unser Tipp: Schau regelmäßig in die Google Search Console. Dort findest du unter der Seitenindexierung die URLs, die Google als Soft 404 eingestuft hat. So kannst du gezielt prüfen, ob tatsächlich ein Fehler vorliegt oder ob Google den Inhalt deiner Seite falsch interpretiert.

Auszug 404 Seiten

Auszug 404 Seiten | Google Search Console

Warum Seiten plötzlich nicht mehr erreichbar sind

Eine Website verschwindet normalerweise nicht einfach so von der Bildfläche. Hinter einem Error 404 Not Found steckt in den meisten Fällen eine ganz banale Ursache. Und häufig hat man den Fehler sogar selbst verursacht, ohne es überhaupt zu bemerken.

Stell dir vor, du ziehst um, vergisst aber, deinen Freunden deine neue Adresse mitzuteilen. Wer dich besuchen möchte, steht weiterhin vor deiner alten Haustür. Nur wohnst du dort eben nicht mehr. Ähnlich verhält es sich mit URLs, die geändert oder gelöscht wurden, ohne eine entsprechende Weiterleitung einzurichten.

Genau das ist einer der häufigsten Gründe für 404-Fehler. Du löschst einen alten Blogbeitrag, änderst den URL-Slug eines Produkts oder baust deine Kategoriestruktur um. Die ursprüngliche Adresse ist damit Geschichte. Blöd nur, wenn Google, andere Websites oder deine eigenen internen Links weiterhin auf genau diese URL verweisen.

Besonders kritisch wird es bei einem Website-Relaunch. Hier ändern sich mitunter Hunderte oder sogar Tausende URLs gleichzeitig. Fehlt eine saubere Weiterleitungsmatrix, stehen deine Besucher plötzlich vor verschlossenen Türen. Und Google gleich mit.

Gerade bei Shopmigrationen, beispielsweise beim Wechsel auf ein neues Shopsystem oder Ähnliches, erleben wir immer wieder, dass sich ganze URL-Strukturen verändern. Werden die alten Adressen nicht berücksichtigt, kann das schnell zu einem ernsthaften SEO-Problem werden. Schließlich verschwinden dadurch nicht nur einzelne Seiten, sondern im schlimmsten Fall auch Rankings und wertvoller organischer Traffic.

Aber nicht immer sind gelöschte oder verschobene Seiten die Ursache. Auch diese Situationen begegnen uns in der Praxis regelmäßig:

UrsacheErklärung
Produkte verschwinden aus dem SortimentEin Artikel wird dauerhaft aus dem Shop genommen und die Produktseite kurzerhand deaktiviert.
Interne Verlinkungen sind veraltetMenüpunkte, Blogbeiträge oder andere Unterseiten verlinken weiterhin auf URLs, die längst nicht mehr existieren.
Externe Websites verlinken falschEin anderer Websitebetreiber vertippt sich beim Verlinken deiner Seite. Darauf hast du natürlich nur bedingt Einfluss.
Bots rufen nicht existierende URLs aufAutomatisierte Programme und Sicherheitsscanner suchen beispielsweise nach /wp-login oder /.env, obwohl diese Pfade auf deiner Website gar nicht existieren.
Technische Einstellungen verursachen ProblemeFehlerhafte Weiterleitungsregeln, falsche Permalink-Einstellungen in WordPress oder Schwierigkeiten nach einem Update können ebenfalls 404-Fehler auslösen.
Alte Spam-URLs bleiben zurückWurde deine Website gehackt, können nach der Bereinigung noch URLs von eingeschleusten Spam-Seiten aufgerufen werden, die inzwischen nicht mehr existieren.

Und dann gibt es natürlich noch den Klassiker: Der Besucher hat sich einfach in der Adresszeile vertippt oder versucht, über ein Jahre altes Lesezeichen auf deine Website zu gelangen.

Du siehst also, nicht jeder 404-Fehler ist automatisch ein SEO-Problem. Entscheidend ist vielmehr, warum die URL nicht mehr erreichbar ist und ob sie überhaupt noch erreichbar sein sollte.

Wenn beispielsweise irgendein Bot zum hundertsten Mal versucht, eine nicht existierende Datei auf deinem Server aufzurufen, musst du deshalb nicht gleich aktiv werden. Wenn dagegen eine deiner wichtigsten Produktkategorien plötzlich einen 404 zurückgibt, sieht die Sache schon ganz anders aus.

Schaden 404 Fehler deinem Ranking wirklich?

Die ehrliche Antwort vorweg. Nein, ein 404 an sich ist keine massive Abstrafung und kein negativer Rankingfaktor im engeren Sinne. Wenn dir jemand aus JEDEM Fehler in der Search Console ein Drama macht, solltest du hellhörig werden.

Es gibt aber auch ernstzunehmende Fälle, in denen tote Seiten echte Sichtbarkeit und bares Geld kosten. Entscheidend ist dabei nicht, wie viele Fehler insgesamt gemeldet werden, sondern welche URL betroffen ist. Dafür lohnt es sich, zwei Perspektiven sauber zu trennen, die von Google und die deiner Besucher.

Wann tote URLs zum echten Problem werden

Kritisch wird es immer dann, wenn eine Seite vorher etwas geleistet hat. Rankt eine URL gut und bringt organischen Traffic, verschwindet mit ihr auch die Sichtbarkeit. Hatte sie Backlinks, verpufft deren Linkkraft. Im Shop trifft es oft wichtige Produkt und Kategorieseiten, über die bisher Umsatz kam.

Auch innerhalb deiner Website richten tote URLs Schaden an. Interne Links auf 404 Seiten führen Besucher in eine Sackgasse und verteilen Linkkraft ins Leere. Tauchen 404 URLs in der XML Sitemap auf, sendest du Google widersprüchliche Signale. Und landen Besucher aus Anzeigen, Newslettern oder Social Media auf einer Fehlerseite, zahlst du doppelt, einmal mit Budget und einmal mit Vertrauen.

Besonders häufig sehen wir massive Probleme nach einem Relaunch oder einer Migration. Plötzlich laufen hunderte URLs ins Leere und die Sichtbarkeit bricht ein.

So findest du fehlerhafte Seiten auf deiner Website

Du weißt jetzt, wie 404-Fehler entstehen. Aber wie findest du eigentlich heraus, welche URLs auf deiner Website betroffen sind?

Dafür stehen dir verschiedene Tools zur Verfügung. Wichtig ist allerdings, dass du dich nicht auf ein einziges verlässt. Denn jedes Tool betrachtet deine Website aus einer anderen Perspektive. Während dir die Google Search Console zeigt, welche Fehler Google beim Crawlen entdeckt hat, findest du mit einem Website-Crawler beispielsweise fehlerhafte interne Verlinkungen. Deine Serverlogs liefern dir wiederum Informationen darüber, welche URLs tatsächlich angefragt wurden.

Erst wenn du diese Daten miteinander kombinierst, bekommst du einen vernünftigen Überblick.

Musst du jetzt jeden einzelnen 404-Fehler beheben? Nein, und genau hier solltest du Prioritäten setzen. Schließlich macht es einen Unterschied, ob eine URL früher mehrere Tausend Besucher im Monat gebracht hat oder ob irgendein Bot eine Adresse aufruft, die noch nie existiert hat.

Wir empfehlen dir deshalb, die betroffenen URLs nach folgenden Kriterien zu bewerten:

  • Wie viel organischen Traffic hat die Seite bisher generiert?
  • Verweisen relevante Backlinks auf die URL?
  • Ist die betroffene Seite noch intern verlinkt?
  • Welche Bedeutung hatte die Seite für deine Anfragen oder Umsätze?

Am besten hältst du deine Ergebnisse direkt in einer Tabelle fest. Dokumentiere die betroffene URL, die Fehlerursache, deine geplante Maßnahme und gegebenenfalls die neue Ziel-URL. So kannst du später jederzeit nachvollziehen, welche Entscheidung du aus welchem Grund getroffen hast.

Klingt nach ziemlich viel Arbeit? Ist es auch, gerade bei größeren Websites oder Onlineshops mit mehreren Tausend URLs.

Wenn du dir den Aufwand sparen möchtest oder nicht weißt, wo du anfangen sollst, unterstützen wir dich gerne. Mit unserem SEO-Audit prüfen wir deine Website auf technische Fehler, bewerten deren Auswirkungen und zeigen dir, wo du zuerst ansetzen solltest.

Die Google Search Console richtig auswerten

Unsere erste Anlaufstelle bei der Suche nach fehlerhaften URLs ist meistens die Google Search Console. Das kostenlose Tool von Google zeigt dir unter „Indexierung“ → „Seiten“, welche URLs Google nicht indexieren konnte und welche Gründe dafür vorliegen.

Besonders interessant sind für uns die beiden Kategorien „Nicht gefunden (404)“ und „Soft 404“. Hier kannst du dir die betroffenen URLs anzeigen lassen und die Daten für deine weitere Analyse exportieren.

Zusätzlich lohnt sich ein Blick in die Crawling-Statistiken unter „Einstellungen“. Dort erfährst du unter anderem, wie häufig Google deine Website aufruft und welche HTTP-Statuscodes dabei zurückgegeben werden.

Aber Vorsicht: Nicht jede URL in diesem Bericht ist automatisch ein Problem.

Google zeigt dir dort nämlich auch Adressen an, die schon vor Jahren gelöscht wurden oder möglicherweise noch nie existiert haben. Nur weil in der Search Console mehrere Hundert 404-Fehler auftauchen, bedeutet das also nicht, dass deine Website ein ernsthaftes SEO-Problem hat.

Interessant wird es erst, wenn du dir die betroffenen URLs genauer anschaust. Prüfe beispielsweise im Leistungsbericht, ob eine Seite früher organische Klicks und Impressionen generiert hat. Gleiche die exportierten URLs zusätzlich mit deinen Backlink-Daten und internen Verlinkungen ab.

Für einzelne URLs kannst du außerdem die URL-Prüfung verwenden. Über den Live-Test lässt sich feststellen, welchen Status Google beim aktuellen Abruf der Seite erhält.

Hast du die relevanten Fehler behoben, kannst du im jeweiligen Indexierungsbericht über „Korrektur überprüfen“ eine erneute Validierung anstoßen, sofern diese Funktion für den Fehler verfügbar ist.

Erwarte allerdings keine Ergebnisse über Nacht. Die Search Console arbeitet mit zeitversetzten Daten. Bis Google deine Änderungen erneut geprüft hat und die Berichte entsprechend aktualisiert werden, können einige Tage oder auch Wochen vergehen.

H3: Crawling-Tools wie Ahrefs und der Health Score

Neben der Google Search Console nutzen wir für unsere SEO-Audits auch sogenannte Crawling-Tools. Eines davon ist Ahrefs mit seinem Site Audit. Das Tool durchsucht deine Website automatisiert und prüft dabei unter anderem, ob Seiten erreichbar sind, Weiterleitungen funktionieren oder interne Links ins Leere führen.

Besonders praktisch ist dabei der sogenannte Health Score. Er zeigt dir auf einer Skala von 0 bis 100, wie es um den technischen Zustand deiner Website steht.

Health Score

Health Score | Ahrefs

Die Berechnung ist relativ einfach: Ahrefs ermittelt, wie viele der gecrawlten internen URLs keine als kritisch eingestuften Fehler aufweisen. Sind beispielsweise 80 von 100 überprüften URLs fehlerfrei, erhält deine Website einen Health Score von 80.

Dabei unterscheidet Ahrefs zwischen drei Kategorien:

  • Errors: Schwerwiegende Probleme, die du dir möglichst zeitnah anschauen solltest.
  • Warnings: Auffälligkeiten, die ebenfalls relevant sein können, aber nicht unmittelbar kritisch eingestuft werden.
  • Notices: Hinweise auf mögliche Optimierungen.

Aber was bringt dir das jetzt bei der Suche nach 404-Fehlern?

Im Site Audit kannst du dir gezielt alle URLs anzeigen lassen, die beim Crawling einen 404-Statuscode zurückgegeben haben. Noch interessanter finden wir allerdings die Möglichkeit, direkt nachzuvollziehen, welche deiner Unterseiten auf diese fehlerhaften URLs verlinken.

Gesundheitszustand

Gesundheitszustand | Ahrefs

So erkennst du nicht nur, dass eine Seite nicht mehr erreichbar ist, sondern auch, wo du die entsprechenden Links korrigieren musst. Über den Bericht „Page has links to broken page“ kannst du dir diese Probleme gesammelt anzeigen lassen und die Ergebnisse exportieren.

Du möchtest wissen, wie gesund deine Website aus SEO-Sicht wirklich ist?

Kontaktiere uns und gemeinsam werfen wir einen Blick auf deinen Health Score.

SEO Beratung

Wann sich eine 301 Weiterleitung lohnt

Wir empfehlen grundsätzlich, bei gelöschten oder geänderten URLs eine 301-Weiterleitung einzurichten Warum? Ganz einfach: Niemand möchte auf einen Link klicken und anschließend vor einer 404-Fehlerseite landen. Das sorgt nicht gerade für eine gute Nutzererfahrung und kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass potenzielle Kunden deine Website direkt wieder verlassen.

Auch aus SEO-Sicht solltest du das Thema nicht unterschätzen. Gerade wenn sich über die Jahre zahlreiche fehlerhafte interne Links ansammeln, leidet darunter der technische Gesundheitszustand deiner Website. Tools wie Ahrefs erkennen solche Fehler und berücksichtigen sie entsprechend bei der Bewertung.

Aber wohin solltest du überhaupt weiterleiten?

Am besten auf eine Seite, die denselben oder zumindest einen sehr ähnlichen Inhalt bietet.

Mit einer korrekt eingerichteten 301-Weiterleitung können wichtige SEO-Signale, beispielsweise die Linkkraft bestehender Backlinks, weitgehend an die neue URL weitergegeben werden. Du verhinderst also nicht nur, dass deine Besucher ins Leere laufen, sondern sicherst im besten Fall auch wertvolle Rankings.

Ein Fehler, den wir in der Praxis immer wieder sehen:

Gelöschte URLs werden einfach pauschal auf die Startseite weitergeleitet. Hauptsache, der 404 ist weg.

Davon raten wir dir ab. Denn wenn die neue Zielseite inhaltlich überhaupt nichts mit der ursprünglichen URL zu tun hat, kann Google die Weiterleitung als Soft 404 einstufen. In diesem Fall bringt dir die Weiterleitung aus SEO-Sicht wenig.

Gibt es beispielsweise ein Produkt nicht mehr, prüfe zuerst, ob ein passendes Nachfolgeprodukt vorhanden ist. Falls nicht, kann auch eine thematisch passende übergeordnete Kategorie sinnvoll sein. Gibt es überhaupt keine relevante Alternative, ist ein sauberer 404- oder 410-Statuscode besser als eine Weiterleitung um jeden Preis.

✅ Unser Tipp Leite immer direkt auf die endgültige Ziel-URL weiter und vermeide unnötige Weiterleitungsketten. Aktualisiere ausserdem deine internen Links, damit diese direkt auf die neue Adresse zeigen.

404 Seiten dauerhaft vermeiden

Vorbeugen ist deutlich günstiger als hinterher aufzuräumen. Lege im Team fest, wer URLs ändern oder Inhalte löschen darf, und denk bei jeder Änderung direkt mit, ob eine Weiterleitung nötig ist. Plane sprechende, stabile URLs ohne Jahreszahlen oder unnötige Unterordner. Und sorg für klare Verantwortlichkeiten zwischen Redaktion, Entwicklung und SEO, damit niemand Seiten löscht, ohne dass jemand die Folgen im Blick hat.

Saubere Prozesse bei Relaunch und Migration

Ein Relaunch oder eine Shopmigration ist die größte Gefahrenquelle für massenhaft tote URLs. Damit nichts verloren geht, sammelst du vorher alle alten Adressen aus einem Crawl, der Sitemap, der Search Console, deinem Analytics Tool und deinem Backlink Tool.

Auf dieser Basis entsteht das Redirect Mapping, bei dem jede alte URL ein passendes neues Ziel bekommt. Teste die Weiterleitungen auf der Testumgebung, bevor die neue Seite live geht. Direkt nach dem Livegang crawlst du die Website erneut und beobachtest die Search Console engmaschig. Interne Links, Canonicals und die Sitemap stellst du konsequent auf die neuen URLs um.

Besonders kritisch ist ein Shopwechsel, weil sich die URL Struktur dabei oft komplett ändert. Aus unserer Erfahrung bei Atloss entscheidet genau dieses Mapping darüber, ob die Sichtbarkeit nach der Migration hält oder einbricht. Wie du deinen SEO Relaunch ohne massive Rankingverluste planst, liest du in unserem ausführlichen Ratgeber.

Externe Verlinkungen im Blick behalten

Ausgehende Links auf fremde Websites können jederzeit ins Leere laufen, ohne dass du es merkst. Das betrifft vor allem Ratgeber mit Quellenangaben, Verweise auf Herstellerseiten oder Partnerlinks. Für deine Besucher wirkt die Seite dadurch schnell veraltet und weniger vertrauenswürdig. Crawler zeigen dir externe Links mit 4xx Status separat an, sodass du sie durch eine aktuelle Quelle ersetzen oder entfernen kannst.

Umgekehrt lohnt sich der Blick auf eingehende Backlinks, die auf tote URLs zeigen. Sprich deine Partner an und bitte sie, den Link zu aktualisieren. Reagiert niemand, sicherst du wertvolle Backlinks zusätzlich mit einer Weiterleitung ab.

Regelmäßiges Monitoring als feste Routine

404 Fehler sind keine Aufgabe, die du einmal erledigst und dann abhakst. Sie gehören zur laufenden Pflege. Schau mindestens einmal im Monat in die Search Console, nach größeren Änderungen deutlich öfter. Richte geplante Crawls ein, je nach Größe deiner Website wöchentlich oder monatlich, und aktiviere Benachrichtigungen, damit wichtige Seiten mit Fehlerstatus sofort auffallen.

Pflege außerdem deine Weiterleitungsliste und prüf sie regelmäßig auf Ketten und tote Ziele. Nach jedem Hostingwechsel, Update oder Pluginwechsel lohnt sich ein kurzer Gegencheck.

Du willst diese Aufgaben abgeben? Als festen Bestandteil einer laufenden SEO Betreuung hast du damit nichts mehr am Hut. So entsteht kein Berg an Altlasten, sondern ein kontrollierter Prozess, bei dem du jederzeit weißt, wo deine Website steht.

FAQs

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